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Was ist eigentlich Geodäsie?

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Der Tag der offenen Tür findet dieses Jahr zeit­gleich mit dem Uni-Sommer­fest statt. Hier erfahrt ihr alles über das Studium der "Geodäsie und Geoinfor­mation" in Bonn!

 

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Sie sind hier: Startseite Studieninteressierte So ticken unsere Professoren ... Prof. Dr. Wolf-Dieter Schuh

Prof. Dr. Wolf-Dieter Schuh

... hat Vermessungswesen an der TU Graz studiert und ist seit 2000 Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Geodäsie.

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Wie sind sie Professor in Bonn geworden?

Das Geodäsiestudium machte mir enormen Spaß. Motiviert durch meinen Grazer Lehrer - Prof. Peter Meissl - kann ich mich für die "Schönheit" von eleganten mathematischen und numerischen Lösungen begeistern. Ebenso spornt mich ein eleganter Algorithmus, der eine Aufgabenstellung effizient am Computer umsetzt, enorm an. Ich habe mich also eher spielerisch mit der Geodäsie auseinandergesetzt und hatte dabei das Glück gehabt, guten Lehrern und hilfreichen Kollegen zu begegnen. Die einzigartige, mathematische und numerische Ausrichtung des Lehrstuhl für Theoretische Geodäsie in Bonn traf somit genau meine Interessen, und ich war stolz, hier in die Fußstapfen von Prof. Helmut Wolf und Prof. Karl-Rudolf Koch treten zu können.
 
 

Arbeiten Sie gerne in Bonn?

Wir Bonner Geodäten sind wie eine große Familie. Man kennt sich, hilft sich - kurzum ein sehr angenehmes Zusammenleben sowohl mit den Studenten als auch mit den Kollegen. Ich arbeite sehr gerne hier in Bonn.
 
 

Finden Sie Ihre Arbeit spannend?

Es gibt noch viel zu lernen und zu erfahren.
 
 

Welchen Stellenwert hat für Sie die Lehre?

Für mich ist die Kombination von Lehre und Forschung ideal. Einerseits forsche ich sehr gerne, andererseits fordert die Lehre eine klare Strukturierung dieser Erkenntnisse. Ich erinnere mich da gerne an die Worte von Prof. Helmut Moritz, der meinte: "Wenn ich mich wo nicht richtig auskenne, dann biete ich darüber eine Vorlesung an." Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst freue ich mich immer wieder auf die "neuen" Lehrveranstaltungen. Ich unterrichte ungern mit vorgefertigten Folien. Jede Vorlesung soll neu gedacht werden und ist somit ein Unikat.
 

Darf man Sie auch außerhalb der Vorlesungen persönlich ansprechen, wenn man eine Frage hat?

Gerne, immer.
 
 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Viel Zeit mit der Familie verbringen, basteln und reparieren, mit dem Computer "spielen" (Im Moment "kämpfe" ich gerade damit Rasperry Pi - Einplatinencomputer um 40 € - mit einem Minimal-Linux aufzusetzen, um sie als Heimserver für Backup, NAS, NFS-Plattenserver aber auch für paralleles Rechnen zu verwenden). Den Urlaub verbringe ich gerne auf der Alm oder am Meer.
 
 

Wie beginnt für Sie der ideale Arbeitstag?

Mit einem "großen Braunen" (doppelter Espresso mit etwas kalter Milch).
 
 

Haben Sie als Student schon mal eine Klausur vergeigt?

Bei uns bestanden alle Prüfungen aus einem schriftlichen Teil und drei Tage danach einer mündlichen Prüfung. Im schriftlichen Teil musste man Beispiele durchrechnen, im mündlichen Teil wurde dann die Theorie geprüft. Der schriftliche Teil ist dabei einmal wohl nicht so optimal gelaufen, sodass der Assistent mit den Worten: "Wahrscheinlich können Sie mündlich auch nicht mehr!" mich einfach aufforderte, beim nächsten Prüfungstermin wiederzukommen. Ob die Prüfung nun negativ war oder nicht, hat niemand hinterfragt und war auch nicht so entscheidend. Bei der vorgenannten Prüfung handelte es sich übrigens um "Ausgleichungsrechnung I". Somit kann ich rückblickend sagen, es war vielleicht gar nicht so schlecht, diese Inhalte genauer zu "behirnen". 
 
 

Warum soll ein aufgeweckter junger Mensch ausgerechnet Geodäsie studieren? 

Da kommt mir sofort ein Ausspruch meines Vaters in den Sinn: "Geodäsie ist Mathematik zum Angreifen." Das habe ich im Geodäsiestudium gefunden. Natürlich kann man heutzutage die blendenden Berufsaussichten erwähnen. Ich finde aber, die Freude an der Sache ist entscheidend. Das Studium soll Spaß machen! Und damit meine ich nicht nur "die angenehmen Begleiterscheinungen eines Studentenlebens", sondern vor allem die Beschäftigung mit den konkreten Fächern und Inhalten. Hier hat die Geodäsie sicher ein breites Spektrum von spannenden Themen zu bieten.
 

Wenn zu Ihnen die Bundeskanzlerin, ein Kultusminister, ein Wissenschaftsminister oder ein Schulleiter käme und sagt, Sie haben einen Wunsch frei – was würden Sie antworten?

Meine Bitte wäre, den Stellenwert von natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern im Unterricht und in der Gesellschaft zu fördern. Die konsequente Förderung von Schulen bzw. Schulzweigen in naturwissenschaftlichen Disziplinen und eine gymnasiale Ausbildung mit Abitur in den Ingenieurwissenschaften wären hier voranzutreiben. Es kann doch nicht sein, dass die Aussage "ích habe keine Ahnung von Technik" von der Gesellschaft als entschuldbares, verständliches Kavaliersdelikt durchkommt, während die Feststellung "ich kann nur eine Fremdsprache" als unverzeihliche, sträfliche Bildungslücke gesehen wird.
 
 
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