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Was ist eigentlich Geodäsie?

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Der Tag der offenen Tür findet dieses Jahr zeit­gleich mit dem Uni-Sommer­fest statt. Hier erfahrt ihr alles über das Studium der "Geodäsie und Geoinfor­mation" in Bonn!

 

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Sie sind hier: Startseite Studieninteressierte So ticken unsere Professoren ... Prof. Dr. Lutz Plümer

Prof. Dr. Lutz Plümer

... hat Informatik in Dortmund und Bonn studiert und ist seit 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Geoinformation.

 
 
 
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Wie sind sie Professor in Bonn geworden?

Auf Umwegen. Ich habe erst in Dortmund Informatik studiert, wurde dort auch promoviert, habe mich in Bonn habilitiert, und nach einer Kurzvisite in Vechta („Informatik in den Umweltwissenschaften“) den Weg in die Geodäsie gefunden.
 
 

Arbeiten Sie gerne in Bonn?

Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich blicke jeden Morgen von meinem Schreibtisch aus auf das Poppelsdorfer Schloss und den Botanischen Garten. Und: das Miteinander unter den Professoren sowie zwischen Professoren und Mitarbeitern und Studierenden ist so, wie man es sich besser nicht wünschen kann. Das „Betriebsklima“ stimmt. Als ich hier ankam, habe ich erst einmal meine Vorurteile über die Geodäsie (etwas altbacken) und die Geodäten (etwas verstaubt und rückwärtsgewandt) korrigiert. Ähnliche Vorurteile über die Agrarier habe ich dann später abgelegt. In den vergangenen Jahren hat sich hier aber auch wirklich viel getan. Wenn der Wind der Veränderung weht, kann man Schutzwände bauen oder Windkrafträder. Wir bauen seit ein paar Jahren überall Windkrafträder die Tag und Nacht in Betrieb sind. Das ist toll.
 
 

Finden Sie Ihre Arbeit spannend?

Wir entwickeln und nutzen hier Methoden, mit denen man Daten „interpretieren“ kann so wie Gedichte. Diese Methoden wenden wir auf Gebäude und auf Pflanzen an. Man betritt jeden Tag Neuland.
 
 

Welchen Stellenwert hat für Sie die Lehre?

Wir sind oder waren ein Studiengang, in dem wir als Professoren unsere Studierenden persönlich kennen lernen und sich auch die Gesichter merken kann. Wir haben vor zwei Wochen die Erstsemester begrüßt und in der letzten Woche die Master-Studenten bei der Vorstellung ihrer Abschlussarbeiten erlebt. Man glaubt am Ende nicht, wie sich ein junger, aufgeweckter Mensch in 5 Jahren entwickeln Kompetenz und Selbstsicherheit aufbauen kann. Dabei helfen zu können, das macht wirklich Spaß. Zumal die „Umgangsformen“, das Miteinander unserer Studierenden absolut vorbildlich ist.
 

Darf man Sie auch außerhalb der Vorlesungen persönlich ansprechen, wenn man eine Frage hat?

Immer. Jederzeit. Fachlich oder Allgemein. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
 
 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Forschen. Und: Klassische Musik hören. Sudokus lösen. Joggen oder Rennrad fahren – früher öfter als heute.
 
 

Wie beginnt für Sie der ideale Arbeitstag?

Mit einem guten Frühstück und einer großen Kanne grünem Tee – 2 Minuten gezogen bei 80 Grad. Zum Abschluss ein Rosinenbrötchen mit selbst gemachter Erdbeermarmelade (30% Zucker). Der Lektüre einer guten überregionalen Zeitung. Noch besser: Vorher eine halbe Stunde am Rhein joggen. Und dann mit voller Power an den Schreibtisch. Ich brauche für den Weg nur 7 Minuten mit dem Fahrrad.
 
 

Haben Sie als Student schon mal eine Klausur vergeigt?

Mehrere, in Elektrotechnik. Das Fach lag mir nie.
 
 

Warum soll ein aufgeweckter junger Mensch ausgerechnet Geodäsie studieren? 

Weil das Fach so spannend ist: mit mathematischen Methoden schwierige Probleme bearbeitet, auf deren Lösung wir alle angewiesen sind (von der Beobachtung des Systems Erde bis hin zur Gestaltung unserer Städte). Weil sonst - neben der Theologie – kaum ein Fach Himmel (Satelliten, GPS, Drohnen) und Erde („Geoinformation“) so sehr mit einander verbindet. Weil es hier nicht so anonym zugeht und wir als kleines Fach eine gute Betreuung bieten können – und wollen.
 

Wenn zu Ihnen die Bundeskanzlerin, ein Kultusminister, ein Wissenschaftsminister oder ein Schulleiter käme und sagt, Sie haben einen Wunsch frei – was würden Sie antworten?

Die Bundeskanzlerin soll sagen: wir brauchen Ingenieure und Ingenieurinnen, mit Master-Abschluss oder Promotion einer guten Universität oder TH. Und der Kultusminister sollte den Lehrplan in Mathematik ändern: weniger Stoff, aber gründlicher, nachhaltiger, so dass wirklich etwas hängenbleibt. Und nicht von jedem ein bisschen zum schnellen Vergessen.
 
 
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