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Was ist eigentlich Geodäsie?

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Der Tag der offenen Tür findet dieses Jahr zeit­gleich mit dem Uni-Sommer­fest statt. Hier erfahrt ihr alles über das Studium der "Geodäsie und Geoinfor­mation" in Bonn!

 

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Sie sind hier: Startseite Studieninteressierte So ticken unsere Professoren ... Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kusche

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kusche

... hat in Bonn Geodäsie studiert und leitet seit 2009 die Professur für Astronomische, Physikalische und Mathematische Geodäsie

 
 
 
Jürgen KuscheJürgen KuscheJürgen Kusche

Wie sind sie Professor in Bonn geworden?

Nach meiner Promotion und Postdoc-Zeit in Bonn wurde an der TU Delft eine interessante Stelle als Assistant Professor frei, und so habe ich mich für die Uni-Laufbahn entschieden. Nach 6 Jahren in Holland hatte ich dann die Gelegenheit zu einer Großforschungs-einrichtung zu wechseln, dem GFZ Potsdam. 2009 bin ich nach Bonn zurückgekehrt. Alles in allem ein Weg den man nicht planen kann.
 
 

Arbeiten Sie gerne in Bonn?

Ja, definitiv. Ich hatte das Glück, mit Bonn, Delft und Potsdam/Berlin immer in tollen Städten zu leben, an guten Einrichtungen zu sein, und mit offenen und interessanten Menschen arbeiten zu können. Ich habe viele Kontakte zu Kollegen weltweit, aber ich würde mit kaum jemandem tauschen wollen. Wir haben ein gutes Klima, eine angenehme Anzahl von guten Studierenden und trotz aller Zwänge, mit denen jede Universität leben muss, haben wir mehr Freiheiten als anderswo.
 
 

Finden Sie Ihre Arbeit spannend?

Als Professor wird natürlich erwartet, dass man seine Arbeit spannend findet. Aber es ist jeden Tag der Fall. Die genauen Messverfahren der Satellitengeodäsie erlauben uns heute, in den Geo- und Weltraumwissenschaften und in der Klimaforschung auf Augenhöhe mitzureden. Man ist Teil einer großen Community, und man hat die Gelegenheit an den großen Fragen der Menschheit mitzuarbeiten. Es mag pathetisch klingen, aber es ist tatsächlich so.
 
 

Welchen Stellenwert hat für Sie die Lehre?

Gute Lehre ist wichtig, aber sie stellt eine Herausforderung für Lehrende und Lernende gleichermaßen dar. Es geht dabei nicht ums Wohlfühlen, sondern darum welche Fähigkeiten und Kompetenzen die Lernenden entwickeln, und das wird erst im Rückblick bewusst. Auch ich finde es immer wieder faszinierend, wie sich unsere Studierenden innerhalb weniger Jahre in selbständige und kompetente Ingenieure und Wissenschaftler verwandeln.
 

Darf man Sie auch außerhalb der Vorlesungen persönlich ansprechen, wenn man eine Frage hat?

Selbstverständlich, im Büro oder per Email. Wer mich kennt, weiß das ich in der Regel sehr schnell antworte und zu allen Tageszeiten.
 
 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Laufen, Rennrad, wandern, gelegentlich Kultur, reisen (das aber leider nicht nur in der Freizeit) und forschen.
 
 

Wie beginnt für Sie der ideale Arbeitstag?

Früh raus, am Rhein laufen gehen, Radio hören, Kaffee.
 
 

Haben Sie als Student schon mal eine Klausur vergeigt?

Richtig vergeigt nicht, nein.
 
 

Warum soll ein aufgeweckter junger Mensch ausgerechnet Geodäsie studieren? 

Weil es kaum ein Fach gibt, das ein so breites Spektrum an Möglichkeiten bietet. Weil man, wenn man mathematisch veranlagt ist, spannende Probleme lösen kann. Weil man mithelfen kann, modernste Technik wie Satellitennavigationssysteme noch besser zu machen. Wenn man will, kann man das Berechnen von Planetenbahnen zu seinem Beruf machen, die Planung von Satellitenmissionen, die Rekonstruktion der Marsoberfläche aus Kameramessungen, die Vermessung des Meeresbodens, oder die Entwicklung von digitalen Stadtmodellen. Außerdem, warum „ausgerechnet“?
 

Wenn zu Ihnen die Bundeskanzlerin, ein Kultusminister, ein Wissenschaftsminister oder ein Schulleiter käme und sagt, Sie haben einen Wunsch frei – was würden Sie antworten?

Naturwissenschaften und Mathematik haben in unserer Gesellschaft einen geringeren Stellenwert als in anderen Ländern. Natürlich sind wir auf Nobelpreisträger stolz, aber im Alltag gilt naturwissenschaftlich fundiertes Argumentieren oft als uncool, und das wirkt sich auf die Studien- und Berufswahl junger Menschen wie auch auf Wahlen und wichtige politische Entscheidungen aus. Ich denke die Politik sollte hier vorangehen und versuchen langfristig einen Wandel einzuleiten. Natürlich sind hier auch die Schulen gefragt, und letztlich auch die Ausbildung der Lehrer in den Universitäten.
 
 

 

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