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Was ist eigentlich Geodäsie?

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Der Tag der offenen Tür findet dieses Jahr zeit­gleich mit dem Uni-Sommer­fest statt. Hier erfahrt ihr alles über das Studium der "Geodäsie und Geoinfor­mation" in Bonn!

 

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Sie sind hier: Startseite Studieninteressierte So ticken unsere Professoren ... Prof. Dr.-Ing. Heiner Kuhlmann

Prof. Dr.-Ing. Heiner Kuhlmann

... hat in Hannover Geodäsie studiert und leitet seit 2003 die Professur für Geodäsie

 
 
 
Heiner KuhlmannHeiner Kuhlmann

Wie sind sie Professor in Bonn geworden?

Nach Studium und Promotion in Hannover habe ich meinen Doktorvater gefragt, ob er mir zutraut, eine wissenschaftliche Laufbahn anzustreben. Daraufhin habe ich eine Stelle als Gruppenleiter an der Universität Stuttgart angenommen. Dort konnte ich meinen bisherigen Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich der Deformationsanalyse um kinematische Multi-Sensor-Systeme und geodätische Anwendungen im Verkehr erweitern. 2003 habe ich dann den Ruf auf die Professur hier in Bonn erhalten.
 
 

Arbeiten Sie gerne in Bonn?

Glücklicherweise haben wir hier in Bonn einen tollen Studiengang, und im Kollegium haben wir eine sehr gute Atmosphäre, so dass ich sehr gerne hier arbeite. Aber in Bonn wird Karneval gefeiert, was für einen Norddeutschen gar nicht so einfach ist Smily .
 
 

Finden Sie Ihre Arbeit spannend?

Unbedingt. Die Arbeit als Professor ist sehr abwechslungsreich. Neben der Lehre, wo es immer darum geht, sich auf andere Menschen und deren Vorbildung einzustellen und an Didaktik und Lehrinhalten zu feilen, bietet die Forschung naturgemäß immer etwas Neues. Zurzeit verändern Laserscanning und Mobile-Mapping-Systeme die Welt der Geodäsie deutlich, woraus wir zahlreiche Forschungsfragen entwickeln. Diese müssen wir nicht nur den Studierenden, sondern auch den bereits in der Praxis tätigen Geodäten nahebringen. Der dritte Aufgabenbereich, die akademische Selbstverwaltung, hat in letzter Zeit enorm an Bedeutung gewonnen. Die Politik ist nicht gewillt, die Universitäten mit den Finanzmitteln wie vor einigen Jahrzehnten auszustatten. Der daher notwendige Schrumpfungsprozess wird dabei den Universitäten selbst überlassen. Diese Konkurrenzsituation stellt bspw. Anforderungen an die strategische Ausrichtung des Studienganges, die Akquisition von Drittmitteln bis hin zum Personalmanagement.
 
 

Welchen Stellenwert hat für Sie die Lehre?

Die universitäre Lehre ist meine eigentliche Profession. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich junge Menschen in ihren fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten und in ihrer Persönlichkeit entwickeln. Außerdem erwartet die Gesellschaft wohl von uns, dass wir die Lehre gut machen. Hier unterscheiden wir uns deutlich von den anderen Forschungseinrichtungen.
 

Darf man Sie auch außerhalb der Vorlesungen persönlich ansprechen, wenn man eine Frage hat?

Natürlich, gerne. Aber das passiert leider viel zu selten.
 
 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich spiele regelmäßig Tennis und wandere hin und wieder. Und ich habe eine Familie mit drei Kindern.
 
 

Wie beginnt für Sie der ideale Arbeitstag?

Duschen, Frühstück und wenig Verkehr auf der Autobahn. Alles ohne Hektik.
 
 

Haben Sie als Student schon mal eine Klausur vergeigt?

Nein, aber einmal war es ziemlich knapp, als ich ohne Vorbereitung in eine Prüfung in einem Nebenfach gegangen bin.
 
 

Warum soll ein aufgeweckter junger Mensch ausgerechnet Geodäsie studieren? 

Die Arbeitsmarktchancen in der Geodäsie sind exzellent, aber vor allem ist es ein spannendes Fach. Wir helfen dabei, Realweltprobleme zu lösen. Dabei geben uns neue technologische Entwicklungen neue Möglichkeiten, die stets mit neuen Herausforderungen verbunden sind. Außerdem hat die Geodäsie ein sehr breites Spektrum. Jeder kann sich in dem Bereich seiner Neigung spezialisieren.
 

Wenn zu Ihnen die Bundeskanzlerin, ein Kultusminister, ein Wissenschaftsminister oder ein Schulleiter käme und sagt, Sie haben einen Wunsch frei – was würden Sie antworten?

Von der Politik wird die Bedeutung der MINT-Fächer sehr oft herausgestellt. Leider zeigt das Handeln der Personen oft ein anderes Bild, bisweilen gilt es sogar als chic, von Mathematik keine Ahnung zu haben. Ich habe den Eindruck, dass Zahlen, Tatsachen und Kenntnisse über technisch-naturwissenschaftliche Zusammenhänge bei den zugegebenermaßen schwierigen politischen Entscheidungen nur eine kleine Rolle spielen. Hier wünsche ich mir ein Umdenken in unserer Gesellschaft.
 
 

 

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