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Was ist eigentlich Geodäsie?

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Der Tag der offenen Tür findet dieses Jahr zeit­gleich mit dem Uni-Sommer­fest statt. Hier erfahrt ihr alles über das Studium der "Geodäsie und Geoinfor­mation" in Bonn!

 

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Sie sind hier: Startseite Studieninteressierte So ticken unsere Professoren ... Prof. Dr.-Ing. Theo Kötter

Prof. Dr.-Ing. Theo Kötter

... hat in Bonn Vermessungswesen studiert und ist seit 2003 Professor für Städtebau und Bodenordnung.

 
 
 
Theo KötterTheo Kötter

Wie sind sie Professor in Bonn geworden?

Nach dem Studium mit Schwerpunkt Städtebau und Bodenordnung habe ich zunächst das zweijährige technische Referendariat für den höheren technischen Verwaltungsdienst absolviert, um danach zur Universität Bonn an das Institut für Städtebau, Bodenordnung und Kulturtechnik zurückzukehren. Hier habe ich über ein planungstheoretisches Thema promoviert und mich anschließend im Fach Städtebau und Siedlungswesen habilitiert. Ein sehr wichtiger Schritt meiner weiteren beruflichen Entwicklung war der Wechsel aus der Wissenschaft in die Praxis des Städtebaus. In zwei städtebaulichen Entwicklungs- und Sanierungsträgerunternehmen habe ich die Leitung der jeweiligen Städtebauabteilungen übernommen. Diese mehr als fünfjährige praktische Tätigkeit mit zahlreichen ambitionierten städtebaulichen Projekten in den damals alten und neuen Bundesländern hat meinen beruflichen Werdegang neben der wissenschaftlichen Qualifikation an der Uni wesentlich geprägt. Die planungspraktischen Projekte und Erfahrungen bilden bis heute eine wichtige Grundlage sowohl meiner Lehr- als auch meiner Forschungstätigkeiten. Im Jahr 2000 erhielt ich dann einen Ruf von der Leibniz Universität Hannover auf die Universitätsprofessur „Flächen- und Immobilienmanagement“. Schließlich habe ich im Jahr 2003 von da aus den Ruf der Universität Bonn auf die Professur „Städtebau und Bodenordnung“ angenommen.
 
 

Arbeiten Sie gerne in Bonn?

Auf diese Frage antworte ich gerne mit einem uneingeschränkten „Ja“, denn die Stadt Bonn, die Bonner Bevölkerung und die Universität Bonn schaffen gemeinsam ein hervorragendes Umfeld für Lehre und Forschung in dieser Stadt. Einen großen Vorteil sehe ich darin, dass unser Institut - wie übrigens viele andere Institute der Universität auch - mitten in der lebendigen, dynamisch wachsenden und gleichwohl immer noch sehr überschaubaren Großstadt Bonn liegt. Die kurzen Wege innerhalb der Uni und in die Innenstadt Bonn bilden für mich einen sehr attraktiven Rahmen und ideale Arbeitsbedingungen. Hinzu kommt die große Bereitschaft von lokalen und regionalen Akteuren, in Lehre und Forschung zu kooperieren. Denn ich benötige für Forschungsprojekte im Bereich Städtebau und Bodenordnung natürlich häufig Projektpartner und „Reallabore“ und diese finde ich vor allem in Bonn und der Region. Davon profitieren studentische Projekt- und Abschlussarbeiten ebenso wie Forschungsprojekte, die sich mit den vielfältigen städtebaulichen Entwicklungsfragen, dem Klima- und Ressourcenschutz und anderen Herausforderungen in der Region beschäftigen.
 
 

Finden Sie Ihre Arbeit spannend?

Die Möglichkeiten an der Universität, die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Grundsatzfragen mit gesellschaftspolitischer Relevanz mit der Lehre zu verknüpfen, macht die Arbeit äußerst spannend. In den Gebieten Städtebau und Bodenordnung geht es zugleich um komplexe wissenschaftliche Herausforderungen und gesellschaftspolitisch hochrelevante Fragestellungen: Welche Anforderungen stellen Gesellschaft und Wirtschaft heute und in Zukunft an die Städte und Dörfer? Welche Einflüsse haben der demografische Wandel, die Globalisierung der Wirtschaft und der Klimawandel auf Städte, Dörfer und Regionen? Welche Entwicklungsstrategien sind geeignet, um die aktuellen Herausforderungen wie beispielsweise die Energiewende, den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Großstädten oder die Zuwanderungen von Flüchtlingen zu bewältigen? Was gehört zu einer nachhaltigen und resilienten Stadt- und Dorfentwicklung? Zu diesen Fragestellungen etwas beitragen zu können, finde ich sehr spannend.
 
 

Welchen Stellenwert hat für Sie die Lehre?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig eine gute Lehre für die Motivation und Begeisterung für ein Fach ist. Ziel meiner universitären Lehre ist es, Bildung durch Wissenschaft zu ermöglichen. Dies heißt aus meiner Sicht, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Studierenden hohe wissenschaftliche Kompetenz erwerben können, indem sie ihre Fähigkeiten aktiv und selbsttätig entfalten. Als wichtige Grundlage für die universitäre Lehre halte ich am sehr bewährten Humboldt’schen Bildungsideal mit der Einheit von Forschung und Lehre fest. Deshalb versuche ich vor allem Lehrprojekte und Seminare im Sinne eines lernenden Forschens zu gestalten.
 

Darf man Sie auch außerhalb der Vorlesungen persönlich ansprechen, wenn man eine Frage hat?

Natürlich, dazu ermuntere ich die Studierenden in allen meinen Veranstaltungen. Unmittelbar nach den Vorlesungen, Seminaren und Übungen ist eine gute Gelegenheit, mich persönlich anzusprechen. Wenn der Zeitbedarf größer ist, empfiehlt sich natürlich eine Terminvereinbarung, die auch kurzfristig in den allermeisten Fällen immer möglich ist. In den für die Studierenden besonders wichtigen Angelegenheiten bin ich auch spontan zu sprechen, falls ich im meinem Büro bin; also bitte nicht zögern, sondern einfach anklopfen und fragen!
 
 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Am liebsten verbringe ich verbleibende Zeit in und mit der eigenen (Groß-)Familie, vor allem unternehme ich sehr gerne etwas mit meinem Enkel, der mir die Welt aus seiner Perspektive oftmals zeigt. Sehr gerne fahre ich zum Ausgleich für die Schreibtischarbeit an der Uni auch mit dem Motorrad durch die wunderschöne historische Kulturlandschaft der Eifel mit seinen Kleinstädten und Dörfern vor allem abseits der großen Straßen oder mit Rennrad durch das Vorgebirge oder das Siebengebirge.
 
 

Wie beginnt für Sie der ideale Arbeitstag?

Zu einem idealen Start in den Arbeitstag gehören für mich der morgendliche Kaffee und ein erster Blick in die Tageszeitung. Ich genieße es sehr, danach mit dem Fahrrad über das Meßdorfer Feld im Westen von Bonn in mein Büro in das Institut nach Poppelsdorf fahren zu können, denn während dieser Fahrt komme ich häufig auf gute Ideen und Einfälle für Forschungsprojekte oder Lehrveranstaltungen.
 
 

Haben Sie als Student schon mal eine Klausur vergeigt?

Ja, und zwar habe ich gleich meine erste Klausur am Ende des ersten Semesters im Fach „Geodätisches Rechnen“ nicht bestanden. Dies waren zugleich ein wichtiger Impuls und eine gute Motivation für mich, das Studium ernsthaft zu betreiben. Danach lief es tatsächlich wesentlich besser und es ist am Ende auch bei dieser einen vergeigten Prüfung geblieben.
 
 

Warum soll ein aufgeweckter junger Mensch ausgerechnet Geodäsie studieren? 

Dazu fallen mir spontan drei gute Gründe ein: Erstens besteht im Vergleich zu zahlreichen anderen Studiengängen bereits im Studium aber auch in der späteren anspruchsvollen beruflichen Praxis die ideale Möglichkeit, theoretisch-methodische Grundlagen eines Ingenieurstudiums mit praktischen Herausforderungen und Problemlösungen zu verbinden. Zweitens bietet das ingenieurwissenschaftliche Studium ein umfangreiches fachliches Spektrum, das von aktuellen naturwissenschaftlichen Fragestellungen z.B. des Klimawandels über ingenieurgeodätische Aufgaben der Präzisionsmessung und Navigation bis zu Fragen der optimalen Flächennutzung im Städtebau reicht, also eine Vielfalt an möglichen Themen und Herausforderungen, die allesamt einen wichtigen geodätischen Fokus haben. Drittens bieten sich nach den vielfältigen Vertiefungsmöglichkeiten im Studium in ganz unterschiedlichen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung ausgezeichnete Berufsaussichten, bei denen sich individuelle Vorstellungen und persönliche Begabungen gut verwirklichen lassen.
 

Wenn zu Ihnen die Bundeskanzlerin, ein Kultusminister, ein Wissenschaftsminister oder ein Schulleiter käme und sagt, Sie haben einen Wunsch frei – was würden Sie antworten?

Im Märchen sind es natürlich immer drei Wünsche, die man frei hat.… Unter diesen Voraussetzungen hätte ich gerne einen etwas größeren Wunsch bei der Bundeskanzlerin frei und würde antworten: Bitte sorgen Sie dafür, dass der Bund die notwendigen Kompetenzen für Geodäsie und Geoinformation erhält, damit Deutschland auf diesem wichtigen Gebiet sowohl national als auch international effektiver und effizienter handeln kann.
 
 

 

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