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Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Wolfgang Förstner

... nach Studienversuchen in Physik und Mathematik Studienabschluß im Fach Geodäsie in Stuttgart 1971, Leiter der Professur für Photogrammetrie 1990 bis 2012

 
 
 
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Wie sind sie Professor in Bonn geworden?

… nachdem ich mich sieben mal vergeblich auf eine Professorenstelle beworben hatte, das erste mal – neun Jahre vor meinem Beginn der Arbeit an der Uni Bonn – auf dem zweiten Listenplatz landete und mich entschlossen hatte andernfalls, falls eine Unilaufbahn nicht in Frage käme, eine feste Beamtenstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart für eine Stelle in der Industrie aufzugeben.
 
 

Arbeiten Sie gerne in Bonn?

Ja, definitiv. Nicht nur das Rheinland hat es mir, als Schwaben, angetan. Die Stadt Bonn hat gerade die richtige Größe, dass man kulturell nichts entbehren muss, Freunde zum Kammermusizieren findet und alles zu Fuß oder mit dem Rad erledigen kann. Da das Betriebsklima unter den Kollegen und die räumlichen Arbeitsbedingungen stimmen, war ich auch nie geneigt, mich von Bonn wegzubewerben.
 
 

Finden Sie Ihre Arbeit spannend?

Mit digitalen Bildern zu arbeiten, sich zu überlegen, wie man einen Rechner dazu bringt, dass er Aufgaben, die uns Menschen mühelos erscheinen, löst und die dazu gehörigen Methoden der Geometrie, der Statistik, der Physik und der Kognitionswissenschaften zu lernen und umzusetzen, ist faszinierend. Mit den Mitarbeitern die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diskutieren, sie auf dem Weg zur selbständigen Arbeit zu begleiten und ihnen den Freiraum bewusst zu machen, den sie an einer Universität genießen habe ich immer als Privileg und als sehr befriedigend empfunden.
 
 

Welchen Stellenwert hat für Sie die Lehre?

Lehren zu dürfen ist einer der Gründe, warum ich gerne an der Universität arbeite. Jungen Menschen die Faszination des Fachs zu vermitteln, sie mit den nicht immer leichten Methoden vertraut zu machen, ihnen über die Prüfungen eine faire und ihnen hilfreiche Rückkoppelung über ihre Leistung zu vermitteln, und natürlich sie bei Bachelor- und Masterarbeiten einerseits mit der Systematik einer wissenschaftlichen Arbeit vertraut zu machen, andererseits ihnen bei der Überwindung von Hindernissen helfen zu können um sie so an die Front der Forschung zu bringen – das war und ist mir Lebenselixier in meinem Beruf.
 

Darf man Sie auch außerhalb der Vorlesungen persönlich ansprechen, wenn man eine Frage hat?

Ja, bitte, 24/7 … e-mail: Ich versuche schnell zu reagieren, um ggf. einen Termin zu machen, sonst im Institut, Nussallee 15, Zi. 17.
 
 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Kammermusik mit der Geige oder der Bratsche.
 
 

Haben Sie als Student schon mal eine Klausur vergeigt?

Ich glaube, ja, habe das wohl verdrängt.
 
 

Warum soll ein aufgeweckter junger Mensch ausgerechnet Geodäsie studieren? 

Das Fach ist in seiner Breite absolut spannend: man lernt, wie man Mathematik, Physik, Informatik und Recht nützlich anwendet, z. B. wie man die Umwelt vermisst, sie – falls nötig - neu plant und wie man sie dann rechtssicher umgestaltet, eine einzigartige Mixtur, die motiviert zu lernen und es einem ‚schwer macht’, zwischen den vielfältigen Möglichkeiten der beruflichen Wahl zu entscheiden.
 

Wenn zu Ihnen die Bundeskanzlerin, ein Kultusminister, ein Wissenschaftsminister oder ein Schulleiter käme und sagt, Sie haben einen Wunsch frei – was würden Sie antworten?

Dem Schulleiter: dem Druck nach vereinfachter Mathematik- und Physikausbildung in der Schule widerstehen.
Dem Kultusminister: Die Ingenieurwissenschaften besser in der Schulausbildung verankern. Der Bundeskanzlerin: Naturwissenschaftliche Argumente in der Politik aufwerten.
 
 

 

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